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Grossmutter Spinne und die Traumweberin

Nirvano Martina Schulz geleitet uns mit ihrer traumhaften Geschichte zu ihrem neuen Frauenseminar «Spirit Weavers».

Es war einmal eine Frau auf der Suche nach Wahrheit und Erleuchtung. Aber die vielen Jahre der Suche machten sie müde. Ihre Medita-tions-Tasche war so voll und schwer mit den vielen Techniken und Erfahrungen von erleuchtenden Meistern, Schamanen und vielen LehrerInnen.

In ihrer Not wandte sie sich an das grosse Mysterium und bat um Rat, damit ihre Suche und die damit verbundenen Sorgen leichter werden konnten. Das grosse Mysterium empfahl ihr, sich auf Mutter Erde zu setzen und geduldig abzuwarten.

Als sie sich im Gras ausruhte, kam Grossmutter Spinne vorbei, die sich fröhlich singend einen Platz für ihre Nachtarbeit suchte. Fragend wandte sie sich an die Frau im Gras. «Deine Meditations-Tasche wäre ein guter Platz, um heute Nacht zu weben. Würdest du mir das erlauben?»

Die Suchende war sehr irritiert. «Aber Grossmutter», sagte sie. «In meiner Tasche sind alle meine Schätze, meine Erfahrungen, mein innerer Reichtum. Das ist heilig.»

«Nun gut», erwiderte Grossmutter Spinne, «aber du bist immer noch auf der Suche und so müde und erschöpft. Komm mit mir. Ich habe gerne Gesellschaft heute Nacht. Und gemeinsam nach Erleuchtung zu suchen, ist inspirierender.»

Nach einigem Zögern willigte die Suchende ein und zusammen fanden sie ihren Weg in die Meditations-Tasche. Grossmutter Spinne war begeistert von den vielen bunten Variationen und begann sofort mit ihrer Arbeit. Behutsam webte sie die Erfahrungen und Techniken der vielen Meister, der Schamanen und zahlreichen LehrerInnen.

Sie webte die Einsichten und Zweifel, die Hoffnungen und Ängste. Sie webte die Liebe und das Mitgefühl, die Sorgen und die Einsamkeit, die Tränen und die Wahrheit, das Wissen und die Aufrichtigkeit. Sie webte den Lebensmut und die Ungeduld, die Unberechenbarkeit, Licht und Schatten, Fragen und Antworten. Sie webte Geburt und Tod, die Freude und das Lachen.

Ihr Netz wurde ein wunderschönes, einzigartiges Kunstwerk. Stark und zerbrechlich.

Die Suchende war tief berührt über die Anerkennung ihrer Suche. Sie sah, wie wichtig es war, ihre vielen Erfahrungen zu teilen, und sie spürte, wie ihre Meditations-Tasche leichter und leichter wurde.

Grossmutter Spinne war beglückt über die Freude der Suchenden und das schöne Kunstwerk. «Komm, lass uns zusammen ruhen, bis die Sonne erwacht und dein Lebenswerk geniessen». Die Suchende konnte ihr Glück kaum fassen. Der Nachtwind, der leicht das Netz bewegte, wiegte sie in einen tiefen Schlaf.

Im Traum hörte sie die Grossmutter Spinne flüstern. «Lass uns ein gemeinsames Netz weben. Wir heissen die Visionen willkommen, die in der Traumzeit zu uns kommen und weben die Wahrheit, die das grosse Mysterium vor uns ausbreitet.» Die Suchende spürte in den Worten ihre tiefe Sehnsucht nach Verbundenheit. Sie spürte wieder, wie wichtig es war, ihre Wahrheit, ihre Kreativität, ihre Liebe zu teilen. Ihre Suche hatte ein Ende. Sie verwandelte sich in eine Spinnenfrau, in eine Traumweberin, die in der Stille der Nacht, unter dem Mond und Sternenlicht, ihre Erfüllung gefunden hat.

Zusammen mit Grossmutter Spinne webte sie den Kreis der Traumweberinnen, der Adler- und Wolfsfrauen, den Kreis der Baum- und Waldhüterinnen, der Göttin der vier Himmelsrichtungen, sie webten und webten.

Und sie webten den Kreis der «Spirit Weavers» mit Nirvano, damit sie alte Massagetraditionen und neue Techniken, Tänze und Trommelkreis, Liedersingen und Herzmediation, Stille und Erdsauna, Liebe und Leichtigkeit, Geschichten und Träume mit anderen Frauen teilen kann.

Am nächsten Morgen sah man auf der Wiese zwei wunderschöne Spinnennetze und zwei Spinnen, die fröhlich sangen und sich auf den Weg machten, einen Platz zu finden für ihre Nachtarbeit. Vielleicht finden sie den Weg zu dir und in das Seminar «Spirit Weavers». Deine Meditations-Tasche ist herzlich willkommen.